miriamschwack

koo

 

Ich arbeite als Malerin und Zeichnerin und bin in der burgenländischen Blaudruckerei Koó beheimatet. 

Mich interessiert die Frage: Wie persönlich muss etwas sein, um als Kunst zu gelten? Reicht es, ein Werk zu autorisieren, oder beginnt Kunst erst dort, wo etwas aus den Tiefen des Eigenen hervortritt – aus jenen Schichten, die in der österreichischen Kultur so gerne verdeckt werden? 

 

Malerei heißt für mich innere Prozesse sichtbar zu machen, das Suchen nach einem Kurs, das Verlassen vertrauter Pfade und auch vorübergehendes Irren.

 

Meine Zeichnungen entstehen aus einem unmittelbaren inneren Impuls heraus. Papier und Stift ermöglichen mir eine Direktheit, die keine Distanz zulässt. 

 

Die historische Indigo Blaudruckwerkstatt mit ihren tiefen Färbeküpen erweitert mein Atelier: Hier entstehen nicht nur traditionelle Blaudruck-Stoffe, sondern auch Kunstwerke. Es ist ein Ort der Kooperation. Als Kunstkollektiv überlagern sich traditionelles Kunsthandwerk und zeitgenössische Kunst und die Grenzen sind fließend, Tischdecken verwandeln sich in Bilder und Röcke schweben im Raum.

 

Am Ende bleibt Kunst für mich ein offener Prozess: ein Gewebe aus Material, Intuition, Verletzung und ErkenntnisEin Raum, in dem das Persönliche nicht abgeschlossen wird, sondern weiterarbeitet – im Stoff, in der Farbe, in der Linie, im Blick der Betrachter*innen.